Ausstellungen

Dauer- und Sommerausstellung 2018

 

Eine Farbvirtuosin am Bodensee

Felicitas Köster-Caspar

Stillleben - Fensterblicke - Landschaften


vom 25.03.2018 bis 14.10.2018

Ausstellungskurator: Priv.-Doz. Dr. Ralf Michael Fischer

 

Besuchen Sie auch den Kunstpark am See mit Werken von Felicitas Köster-Caspar, Maria Caspar-Filser und Karl Caspar, der in Kooperation mit der Gemeinde Langenargen entstanden ist. Weitere Informationen siehe hier

 

Die unlängst verstorbene Malerin Felicitas Köster-Caspar (1917–2016) steht im Mittelpunkt der diesjährigen Sommerausstellung des Museums Langenargen. Mit ihr ehrt es eine herausragende Künstlerpersönlichkeit, die auch am Bodensee ihre Spuren hinterlassen hat. Bekannt ist Köster-Caspar vor allem für ihre Landschaften und Stillleben in der Tradition des Expressionismus, die durch stilsichere intensive Farbkompositionen bestechen.  

                                           

 Blumenstrauß vor nächtlichem Fenster, 1977, Privatbesitz                            Frühling in Langenargen, 1978, Aquarell, Museum Langenargen                                          Frühlingsgarten, 1954, Öl auf Leinwand, Privatbesitz

Die Ausstellung präsentiert über 40 ausgesuchte Gemälde und Aquarelle aus Privatbesitz, ergänzt um Werke aus den Beständen des Museums, und vermittelt einen umfassenden Überblick des Schaffens von Felicitas Köster-Caspar, der sich von den 1930er Jahren bis zu ihren letzten Arbeiten im angehenden 21. Jahrhundert erstreckt. Das Motivrepertoire ihrer Landschaftsbilder reicht von ihrem Wohnsitz Brannenburg im Inntal über italienische Szenerien bis hin zu Ansichten von Langenargen, während sie sich in ihren Stillleben auf ausdrucksstarke Blumenarrangements konzentrierte.

Besonders eindrucksvoll ist eine Gruppe mit Fensterausblicken bei Nacht. In ihnen nutzte Felicitas Köster-Caspar oftmals Rahmungen und Spiegelungen, um Innen- und Außenräume, Stillleben und Landschaften, Licht und Dunkel sowie ihr Selbstbildnis und ihre Umgebung kunstvoll zu überlagern. Der besondere Reiz dieser Werke besteht darin, dass sie nicht nur das Verhältnis von Innen und Außen oder von Bild und Realität ausloten, sondern aufgrund ihrer irritierenden Bildschichtungen zum aufmerksamen Erkunden einladen und das Sehen selbst zum Abenteuer werden lassen.  

Die Ausstellung soll auch vor Augen führen, dass diese verschiedenen Motivbereiche nicht strikt voneinander abgrenzbar sind. Felicitas Köster-Caspar verknüpfte Stillleben, Landschaften, Spiegelungen, Selbstbildnisse und Fensterblicke sowie Durchblicke im Generellen nämlich immer wieder auf spannungsvolle Weise miteinander, so dass sich in der Zusammenschau ihrer Bilder anregende neue Zusammenhänge offenbaren.

 

                                        

 Die Nacht, 1969/70, Öl auf Leinwand, Privatbesitz                                               3Königtag, 2000, Öl auf Leinwand, Privatbesitz                                                 Johannisnacht, 1955, Öl auf Leinwand, Privatbesitz

 

Dauer- und Sommerausstellung im Dialog

Parallel zur Sommerausstellung über Felicitas Köster-Caspar präsentiert die Dauerausstellung hervorragende Werke vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Dazu gehört auch eine der bedeutendsten Sammlungen des Malers Hans Purrmann (1880–1966), dessen farbintensive Bilder, darunter vor allem seine Fensterblicke, spannende Vergleiche mit den Arbeiten Felicitas Köster-Caspars ermöglichen.

Aus den Beständen des Museums sind in der Dauerausstellung zudem Werke von Maria Caspar-Filser (1878–1968) und Karl Caspar (1879–1956) zu sehen, den berühmten Eltern von Felicitas Köster-Caspar, um zu einem vertieften Verständnis der Sommerausstellung beizutragen. Um das Gesamtbild abzurunden, wurden gezielt Leihgaben aus anderen Sammlungen integriert.  

Beide Ausstellungen sind bis zum 14. Oktober 2018 geöffnet. Anschließend macht das Museum Winterpause bis zum Frühjahr 2019.

                          

Der Weg zu uns, 1963, Öl auf Leinwand, Privatbesitz                             München, 1968, Auarell, Privatbesitz                                                                         Mohn, 1977, Öl auf Leinwand, Privatbesitz
 

Bilder: © Köster/VG Bild-Kunst, Bonn 2018

 

English Information

The Museum Langenargen will open from 25th March to 14th October 2018. The summer exhibition will provide an overview of the work of Felicitas Köster-Caspar (1917–2016), who painted mainly landscapes and flower still lifes in an expressionist manner. Among her most impressive works are depictions of window reflections at night that superimpose interiors and exteriors in order to irritate the perception of image and reality.

The permanent exhibition will present artworks from the Middle Ages to the 20th century, among others a major collection of paintings by Hans Purrmann (1880–1966). Works from the museum's collection by Maria Caspar-Filser (1878–1968) and Karl Caspar (1879–1956), the famous parents of Felicitas Köster-Caspar, will contribute to a deeper understanding of the summer exhibition.

 

Felicitas Köster-Caspar – Lebensstationen                       

1917  Geburt am 24. Juli in München als Tochter des Malerehepaares
         Maria Caspar-Filser (1878–1968) und Karl Caspar (1879–1956)

         Für ihren Vornamen gibt es sowohl die Schreibweise "Felicitas" als
         auch "Felizitas" – selbst in Karl Caspars zahlreichen Bildern seiner
         Tochter kommen beide Schreibweisen vor; inzwischen hat sich die
         Variante mit c weitgehend durchgesetzt

         Bezüge zum Bodensee ergeben sich dadurch, dass Karl Caspar von
         1879 bis 1888 in Friedrichshafen und Langenargen lebte, sowie durch
         Maleraufenthalte von Caspar und Maria Caspar-Filser am Bodensee,
         unter anderem in Hödingen

1926  Publikation des Gedichtbandes "Die kleine Schöpfung" des Dichters
         Konrad Weiß (1880–1940) mit Zeichnungen von Karl Caspar –
         "Gewidmet dem Kind Felizitas"

         Lyceumsabschluss in München

1935  Besuch kunsthistorischer Vorträge an der Universität in München

         Abendakt bei Max Mayrshofer an der Akademie der Bildenden
         Künste München

1936  Beginn des Studiums an der Akademie der Bildenden Künste in
         München bei Karl Caspar, der dort seit 1922 Professor ist

         Caspar regt sie aufgrund ihrer Farbbegabung zum Studium der Werke
         von Edvard Munch, Henri Matisse und Pierre Bonnard an und macht sie
         auf die Aquarelle von Emil Nolde und Wilhelm Maly aufmerksam

1937  Malaufenthalt der Caspar-Klasse in Urfahrn am Chiemsee

         Verlässt im Wintersemester 1937/38 mit vielen Caspar-Schülern die
         Akademie nach der Zwangspensionierung Karl Caspars durch die
         Nationalsozialisten, der zusammen mit Maria Caspar-Filser auch in
         der Schmähausstellung "Entartete Kunst" vertreten ist

1939  Rückzug der Malerfamilie ins eigene Landhaus in Brannenburg im
         Inntal und Innere Emigration angesichts der Diffamierungen durch
         die Nationalsozialisten

         Keine Ausstellungsmöglichkeiten und keine Malmittelzuteilung

1944  Ehe mit Karl Theodor Köster

         Beginn der Themengemälde mit Tag- und Nachtstimmungen

1945  Nachtbilder und Mondlandschaften mit Haikus

1946  Karl Caspar wird als Professor an der Akademie der Bildenden
         Künste München wiederberufen; sein Atelierhaus in Brannenburg
         wird für die Schülerinnen und Schüler zur Akademie

         Geburt der ersten Tochter Felicitas

         Ab nun Kollektiv- und Einzelausstellungen im In- und Ausland,
         darunter auch am Bodensee

1948  Teilnahme an der Ausstellung der Neuen Gruppe in München in der
         Galerie im Lenbachhaus

         Im Lauf der Jahre Mitgliedschaften in der Neuen Gruppe in
         München, des BBK, in der Gedok, in der Gesellschaft für Christliche
         Kunst sowie in den Kunstvereinen Rosenheim und München, auf
         deren Ausstellungen Felicitas Köster-Caspar häufig vertreten ist

         Erste Aquarelle auf Japanpapier; erste großformatige Aquarelle

1950  Studienreise nach Italien und Entstehung des Italien-Zyklus
1951  Studienreisen in die Schweiz und nach Italien
1952  Geburt der zweiten Tochter Elisabeth
1955  Studienreise in die Niederlande
1956  Tod des Vaters Karl Caspar
1957  Beginn der Themenbilder mit Morgen- und Abendstimmungen
1959  Beginn der Fensterbilder und Spiegelungen
1961  Ab nun mehrmalige Studienreisen nach Frankreich
1965  Entwürfe zu großflächigen Arbeiten in Steinmosaik und Glasbeton
1968  Tod der Mutter Maria Caspar-Filser
1969  Themenkreis Licht und Schatten; erste Nachtbilder
1978  Erste Einzelausstellung im Museum Langenargen (weitere
         Einzelausstellungen folgen 1985 und 1993)
1980  Realisierung von Arbeiten in Glas-, Steinmosaik oder
         Glasbetontechnik
1995  Tod ihres Mannes Karl Theodor Köster
2008  Letztes großes Aquarell "Der Rosenbogen"
2016  stirbt am 26. November in Rosenheim

 

 

Öffnungszeiten

Dienstag – Sonntag 11.00 -17.00 Uhr
Öffentliche Führungen jeden Mittwoch 15.00 Uhr

Buchung von Führungen

Tel. 07543-3410
info(at)museum-langenargen(dot)de

Eintrittspreise:

€ 5,00 für Erwachsene 
€ 4,00 für Rentner, Behinderte, Auszubildende, Studenten
Mit Gästekarte ist der Eintritt frei.
Kinder haben freien Eintritt.